Festtage sind...

gefährlich für Essgestörte! Vorallem Weihnachten, wo man überall etwas essen muss. Weihnachten sah bei uns so aus: Sonntag Brunchen in einem Restaurant zum vierten Advent. Das war Buffet und ich habe Mal wieder zu viel zugalengt. Natürlich fand es wieder seinen Weg nach draußen. Das erste Mal seit 6 Monaten, dass ich wieder gekotzt habe. Heiligabend großes Essen bei meiner Oma mit Schokoladenfundü als Nachtisch und Pizza zur Vorspeise. Nächsten Morgen brunchen mit der Tante, Onkel, Oma, Opa... da wurde wieder richtig zugeschlagen. Nur wenige Stunden später dann ordentlich Mittagessen bei der Oma meines Freundes. Kuchen gabs dort auch noch. Den nächsten Tag direkt wieder 
Kuchen und Abendessen bei der anderen Tante. Ooh man, was habe ich da 
zugeschlagen. Dann hatte dieses übertrieben viele essen endlich ein Ende. 
den nächsten Tag aß ich extrem wenig. Ich glaube eine Pommes, ein 
Salat von McDonalds und ein mini Stück Kuchen zuhause war alles. Dementsprechend bin ich heute Morgen auch ziemlich schlapp 
aufgewacht. Hunger hatte ich auch nicht. Ich aß ein halbes Brötchen, 5 
Kroketten und war satt. Bis ich am späteren Nachmittag extrem schwach 
wurde und ein wenig Hunger bekam. Ich hätte nichts gegessen. Aber mein
 Freund bat mich darum. Ein halbes Brötchen, das genügte. Doch als er weg 
war, ging es los. Dann kam noch Besuch und bei den Spielen aß ich auch 
noch einiges. Mir war klar, dass es zu viel war und als ich "zu Bett ging", habe 
ich es auch wieder auf die Toilette gebracht. Erst zu Weihnachten so viel 
gefuttert und dann heute schon wieder? Ooh nein! Naja, jetzt bin ich erst Mal 2 Tage weg von zu Hause. Da werde ich mich wohl beherrschen  müssen.

29.12.07 03:29, kommentieren

Ganz unten

Vor ein paar Tagen ist mir klar geworden, wo ich stehe. Für wen ich mich selbst halte. Mein Freund formulierte es als Kritik. Und ich begann darüber nachzudenken.
Ich sehe mich als Person ganz unten in einer unsichtbaren Rangliste. Ich bin es nicht wert, nett behandelt zu werden. Ich bin es nicht wert, dass sich andere um mich bemühen. ICH muss mich um andere bemühen. Ich habe nicht das Recht, meine Meinung zu äussern - ich bin 
doch nur die eine da. Na klar, unter meinen 2 Freundinen herrscht noch 
eine gewisse Gleichberechtigung, aber ansonsten? Vielleicht empfinde ich es auch nur so... oder bin es selbst Schuld, weil ich mich so verhalte. Aber irgendwie wurde mir diese Herachie von Kind auf beigebracht. Der ältere hat mehr Rechte. Und unter Jüngeren Leuten fühle ich mich oft 
nicht wohl.
Ich fühle mich weder akzeptiert noch geduldet. Ich habe das Gefühl irgendwelche Leistungen bringen zu müssen, um akzeptiert zu werden.  Aber es stört mich nicht. In keinster Weise. Das ist eben so. Es gibt Leute, die sind beliebt und es gibt Leute, die müssen froh sein, wenn sie nicht weggeschickt werden.
Das Leben besteht aus einer einzigen Herachie. Und ich habe mich ganz unten anzureihen. Wieso ich so denke? Weil ich nicht von mir überzeugt bin. Ich bin weder "gut" in irgendetwas Sinnvollem noch sehe ich gut aus. Das stellt mich nach ganz unten. Weil andere einfach besser sind. Sie haben ihren Körper unter Kontrolle. Sie haben nicht so nen psychischen Schaden.
Ich würde es gerne allen Leuten Recht machen.
Warum ich noch hier bin? Ja, das frage ich mich oft. Für andere - kommt jedes Mal bei heraus. Weil ich Verantwortung für meine Kaninchen habe, ich einen Freund habe, der mich liebt und ich 2 Freundinen habe, die auf mich zählen. All die kann ich nicht im  Stich lassen. Das wäre höchst egoistisch. Ich muss so dankbar sein, dass ich überhaupt noch hier sein darf. Dass ich es damals nicht geschafft habe, an meine Pulsadern zu gelangen. Dass ich zu feige vor dem Schmerz war, ein Messer zu benutzen.
Erst vor genau einer Woche wollte ich mein Leben erneut beenden. Ich hatte so den Drang danach! Mein Bruder brachte mich zu höchster Aggressivität, die ich nicht ablassen konnte. Habe aus Verzweiflung nach ihm geschlagen um ihm zu zeigen, dass er aufhören soll, hat er wiederrum fester geschlagen. Worte waren vergebens. Und das hielt ich nicht lange durch. 
Hilflosigkeit, Schmerzen, Wut, Agressivität, Hass pochten so heftig 
in mir. Und ich durfte ihnen nicht freien Lauf lassen. Das ist ein 
grauenvolles Gefühl. So ausgeliefert zu sein... du kannst nichts machen, 
als es ertragen. Wehrst du dich, bekommst du Schmerzen zugefügt. Du 
kannst dich also nicht wehren. Jegliche Hoffnung ist verschwunden. Es bleiben nur all die unerträglichen Gefühle. Was erlöst dich davon? Ich wäre bereit, mein Leben zu geben, um nicht mehr diesen Gefühlen ausgesetzt zu sein. Doch ich käme mir wie ein Arsch vor, wenn ich meinen Freunden das antäte. Ich muss durchhalten.
Meine Mutter steht daneben, sieht wie ich leide. Sie kann nichts machen. Für meinen Bruder sind ihre Worte leere Worte. Sie sind ihm egal. Er steht in der Herachie ganz oben. Er kann 
machen, was er will.
Ich habe keine andere Chance als es zu verdrängen. Jede Erinnerung 
daran gibt mir ein Gefühl des nichts wert seins. Hilflos ausgeliefert. 
Nichts sagen zu haben. Auch hier wird einem wieder das Gefühl vermittelt, ganz unten zu stehen. Du hast das zu ertragen. Du bist hier nur die kleine. Und du musst es akzeptieren, annehmen, lernen. Es bleibt dir 
nichts ürbig.

7.11.07 22:47, kommentieren

Ich sehne mich zurück

Gedanklich falle ich wieder ein wenig zurück. Ich hatte eine Phase, in der ich viel beschäftigt war... da hatte ich keine Zeit, über mein Essverhalten nachzudenken. Aber jetzt, wo ich weniger zutun habe, ich wieder öfter Zeit für mich alleine habe, kommen die Gedanken wieder. Ich wünsche mir so sehr, einfach nach dem Essen auf die Tiolette gehen zu können. Ich denke, dass dadruch alles einfacher ist. Ich komme mir vor, als lebe ich in 
einer einzigen Fressattacke. Da macht es doch keinen Unterschied, ob ich
es nun wieder wegbringe oder nicht. Ich wünsche es mir so sehr. Doch die Liebe zu meinem Freund hält mich ab. Ich weiß, dass das falsch ist, aber zur Zeit habe ich einfach keine andere Motivation.
Ich finde die Abstände irre lang, zwischen den einzelnen Gesprächen. 1 Monat kann lang sein.

1.11.07 21:33, kommentieren

Der erste Schritt

zur Verarbeitung ist getan.
Donnerstag war ich bei der Lebenshilfe und die Dame kann sich gut vorstellen, mit mir zu arbeiten. Sie will mich also annehmen.
Wir wollen an meinem Selbstbewusstsein arbeiten, an meinem Drang zum  Perfektionismus und natürlich an meiner Vergangenheit.
Joa, die Dame hat leider nur 1x im Monat Zeit... aber das wird schon! Ich hoffe, das alles gut läuft.

20.10.07 14:46, kommentieren

Hilfe?

Ich bekomme von mehreren gesagt, doch Mal an professionelle Hilfe zu denken um die Sachen zu verarbeiten.
Aber braucht es nicht einfach Zeit, bis man seinen Körper wieder akzeptieren kann? Da hilft mir eine Therapie doch auch nicht sonderlich viel. Ausser, dass ich merken werde, wie schwach ich doch eigentlich bin und was für dumme Fehler ich doch gemacht habe.
Oder hängt das eine mit etwas anderen zusammen? Liegt der Grund für meine gestörte Körperansicht vielleicht in meiner Zukunft?
Wird mir dann klar gemacht, was für eine beschissene Kindheit ich doch hatte?
Alte Wunden wieder aufzureißen. Ich habe Angst. Angst all das Verdrängte wieder in mein Bewusstsein gelangen zu lassen.
Ein Großteil der Leute kommen auch ohne Therapie aus. Warum kann ich das nicht auch schaffen? ich brauche doch nur Zeit!

Rede ich mir das alles nur ein? Suche ich zwanghaft nach Hintertüren um eine Therapie zu umgehen? Wird es mich eh einholen? Wird es eines Tages wieder in mein Bewusstsein gelangen und mich dann völlig aus der Bahn werfen, wenn ich es gerade absolut nicht gebrauchen kann? Soll ich dem nicht lieber vorbeugen?

Es ist so unglaublich deprimierend, mehr zu wiegen als vorher. Jetzt, seitdem ich ich aktiv nichts mehr gegen mein Körpergewicht tu, hat auch mich der sogenannte Jojo-Effekt eingeholt. Ich wünsche mir so, niemals damit angefangen zu haben!

2 Kommentare 15.9.07 00:31, kommentieren

Hin und her

Es läuft nicht so, wie ich mir das vorstellte. Zwar bin ich wieder ganz normal, aber mein Kopf ist immernoch der Selbe. Bei jedem Essen denke ich über Kalorien nach. Täglich denke ich daran, einfach nach dem Essen auf die Toilette zu gehen und alles wieder 
auszuk***. 
Oder doch irgendwelche Tabletten oder ähnliches? 
Oder mir einfach bestimmte Nahrungsmittel verbieten?
Vermeide es vollkommen, meinen Bauch zu betrachten. Ich könnte wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen. Hasse meinen Körper.
Manchmal allerdings kommen mir auch Gedanken des Egalseins. Sei dankbar, dass du diesen Körper haben darfst! Manche Leute sagen sogar, dass eine Frau mit Kurven hübscher sei.
Doch Kommentare der anderen bringen mich schnell wieder auf andere Gedanken. Guck dir deine Freundinen an, sie sind alle viel fettfreier - überall!
Soll ich mich einfach damit abfinden? Ich versuche es!
Trotzdem ist mir mein Körper peinlich. Mag nicht mehr ohne eine Jacke, die den Bauch versteckt oder nur in lockeren Shirts auf die Straße gehen.
Ich kann nur beten, warten und hoffen. Warten, dass ich mich irgendwann akzeptiere. Warten, dass ich eines Tages aufstehe und in den Spiegel 
sehen kann ohne mich zu hassen. Warten, dass ich mich hinsetzen kann
und den Speck einfach ignorieren kann.
Aber wäre das das Richtige? Ich habe eine irre Panik davor, dick zu sein und es nicht zu merken. Es einfach geschehen zu lassen. Ich muss etwas unternehmen. Jetzt, sofort. In diesem Momenten bekomme ich eine riesen Panik, dass ich sofort etwas ändern muss. Sonst ist es irgendwann zu spät.
Es beschäftigt mich mehr, als es die Leute denken. Es ist wahnsinnig anstrengend, ständig fröhlich zu wirken, obwohl ich mich dreckig und scheiße fühle. Danke Schatz, dass ich bei dir einfach nur ich selbst sein darf. Dass ich mich vor dir nicht zu verstellen brauche. Auch wenn du nicht hören magst, wie sehr ich meinen Körper verachte - deine Liebe tröstet.

2.9.07 13:25, kommentieren

Nie wieder

Der letzte Rückfall soll der absolut letzte sein.
Zwar kommt mir immer wieder der Gedanke: mensch, ko*** es doch einfach wieder aus! So einfach - und du fühlst dich besser.
Aber ich weiß, dass ich das nicht noch einmal machen werde. Das letzte Mal war der Horror. Nicht die Sache an sich, sondern das, was danach kam. Ich telefonierte abends mit meinem Freund. Und er fand es irgendwie heraus - ich will ihn niemals belügen und war auch da ehrlich. Antwortete auf seine Frage.
Er war sowas von enttäuscht, traurig. Das mit anzuhören war die Hölle. Was hatte ich da getan? ICH war 
es, die ihn so verletzt hatte. Das war niemals meine Absicht gewesen.
Ich konnte die Nacht sehr schlecht schlafen, hatte Schuldgefühle. War zittrig und verzweifelt. Angst, er würde mich verlassen. Ich hatte ihm schließlich gesagt, ich sei aus der Sache heraus.
Lange ging es mir nicht mehr so schlecht.
DAS will ich nicht noch einmal erleben. Daher bin ich mir so sicher: es war das letze Mal!

12.8.07 22:23, kommentieren