Ganz unten

Vor ein paar Tagen ist mir klar geworden, wo ich stehe. Für wen ich mich selbst halte. Mein Freund formulierte es als Kritik. Und ich begann darüber nachzudenken.
Ich sehe mich als Person ganz unten in einer unsichtbaren Rangliste. Ich bin es nicht wert, nett behandelt zu werden. Ich bin es nicht wert, dass sich andere um mich bemühen. ICH muss mich um andere bemühen. Ich habe nicht das Recht, meine Meinung zu äussern - ich bin 
doch nur die eine da. Na klar, unter meinen 2 Freundinen herrscht noch 
eine gewisse Gleichberechtigung, aber ansonsten? Vielleicht empfinde ich es auch nur so... oder bin es selbst Schuld, weil ich mich so verhalte. Aber irgendwie wurde mir diese Herachie von Kind auf beigebracht. Der ältere hat mehr Rechte. Und unter Jüngeren Leuten fühle ich mich oft 
nicht wohl.
Ich fühle mich weder akzeptiert noch geduldet. Ich habe das Gefühl irgendwelche Leistungen bringen zu müssen, um akzeptiert zu werden.  Aber es stört mich nicht. In keinster Weise. Das ist eben so. Es gibt Leute, die sind beliebt und es gibt Leute, die müssen froh sein, wenn sie nicht weggeschickt werden.
Das Leben besteht aus einer einzigen Herachie. Und ich habe mich ganz unten anzureihen. Wieso ich so denke? Weil ich nicht von mir überzeugt bin. Ich bin weder "gut" in irgendetwas Sinnvollem noch sehe ich gut aus. Das stellt mich nach ganz unten. Weil andere einfach besser sind. Sie haben ihren Körper unter Kontrolle. Sie haben nicht so nen psychischen Schaden.
Ich würde es gerne allen Leuten Recht machen.
Warum ich noch hier bin? Ja, das frage ich mich oft. Für andere - kommt jedes Mal bei heraus. Weil ich Verantwortung für meine Kaninchen habe, ich einen Freund habe, der mich liebt und ich 2 Freundinen habe, die auf mich zählen. All die kann ich nicht im  Stich lassen. Das wäre höchst egoistisch. Ich muss so dankbar sein, dass ich überhaupt noch hier sein darf. Dass ich es damals nicht geschafft habe, an meine Pulsadern zu gelangen. Dass ich zu feige vor dem Schmerz war, ein Messer zu benutzen.
Erst vor genau einer Woche wollte ich mein Leben erneut beenden. Ich hatte so den Drang danach! Mein Bruder brachte mich zu höchster Aggressivität, die ich nicht ablassen konnte. Habe aus Verzweiflung nach ihm geschlagen um ihm zu zeigen, dass er aufhören soll, hat er wiederrum fester geschlagen. Worte waren vergebens. Und das hielt ich nicht lange durch. 
Hilflosigkeit, Schmerzen, Wut, Agressivität, Hass pochten so heftig 
in mir. Und ich durfte ihnen nicht freien Lauf lassen. Das ist ein 
grauenvolles Gefühl. So ausgeliefert zu sein... du kannst nichts machen, 
als es ertragen. Wehrst du dich, bekommst du Schmerzen zugefügt. Du 
kannst dich also nicht wehren. Jegliche Hoffnung ist verschwunden. Es bleiben nur all die unerträglichen Gefühle. Was erlöst dich davon? Ich wäre bereit, mein Leben zu geben, um nicht mehr diesen Gefühlen ausgesetzt zu sein. Doch ich käme mir wie ein Arsch vor, wenn ich meinen Freunden das antäte. Ich muss durchhalten.
Meine Mutter steht daneben, sieht wie ich leide. Sie kann nichts machen. Für meinen Bruder sind ihre Worte leere Worte. Sie sind ihm egal. Er steht in der Herachie ganz oben. Er kann 
machen, was er will.
Ich habe keine andere Chance als es zu verdrängen. Jede Erinnerung 
daran gibt mir ein Gefühl des nichts wert seins. Hilflos ausgeliefert. 
Nichts sagen zu haben. Auch hier wird einem wieder das Gefühl vermittelt, ganz unten zu stehen. Du hast das zu ertragen. Du bist hier nur die kleine. Und du musst es akzeptieren, annehmen, lernen. Es bleibt dir 
nichts ürbig.

7.11.07 22:47

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen